Anglerglück

Ein Gedicht von Michael Adamitzki
Ich saß vergnügt am Donaustrand,
die Angelrute in der Hand.
Wollt einem Wurm das Schwimmen lehren,
der kleine Kerl konnt sich nicht wehren.

Als plötzlich zuckte meine Gerte,
da wusste ich, weil man mich`s lehrte,
ein Fisch trachtet nach Würmchens Leben,
da muss ich halt die Rute heben.

Und wirklich zappelte ein Fisch,
zuerst am Haken, dann am Tisch.
Obwohl, am Tisch lag er recht still,
im Maul ein bisschen Petersiel.

Die Augen hatte er geschlossen,
er hat das alles wohl genossen.
Auch ich, bedenke ich es recht,
ich find mein Leben gar nicht schlecht.

Als ich einst an der Angelschnur,
ein kurzer Blick, dann Freude pur,
da ging für mich, ich fand`s famos,
das schöne Leben doch erst los.

Denn Angelglück, wenn man`s bedenkt,
hat manchmal der, der an ihr hängt.
Nicht immer der, der hält die Rute
und dieses ist daran das Gute.

Informationen zum Gedicht: Anglerglück

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16.01.2012
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