Anfang wie Ende

Ein Gedicht von Michael Adamitzki
Es war in einer dunklen Nacht,
ne Liebe ist grad zart erwacht.
Mit dieser inniglichen Liebe,
da wuchsen klar auf einmal Triebe.
Mit diesen Trieben ein Begehren,
wo wir auch gleich beim Thema wären.

Begehr nicht deines Nächsten Weib,
schon gar nicht ihren heißen Leib.
So war’s gemeißelt in nem Stein,
die Schrift war zierlich und sehr klein.
Den Stein trug Moses in der Hand,
er wurde ihm von Gott gesandt.

Er sprach zu seinem Volk: “Was soll es,
es gibt ne Nachricht, doch nix tolles.
Wir dürfen nicht, es ist verboten,
an Nachbars Frau mit unsern Pfoten.
Nicht mal wenn wir dafür bezahlen,
man droht uns gleich mit Höllenqualen.

Ich gehe mal zur Konkurrenz
und frag die dunkle Eminenz,
ob er, so hab ich mir’s gedacht,
ein bessres Angebot uns macht.
Wir werden beide dann vergleichen,
dass schlechtere dann einfach streichen.“

Der Höllenfürst zu Moses spricht:
“Ein Angebot gibt’s von mir nicht.
Nur wenig lässt Gott in den Garten,
auf alle andern kann ich warten.
Da ließ da Volk in allen Ehren,
sich halt vom lieben Gott bekehren.

Doch am Rande vom Geschehen,
konnte grade man noch sehen,
weil sehr dunkel war die Nacht,
eine Liebe zart erwacht.
Muss ich jetzt noch groß erklären,
dass wir schon am Anfang wären.

Informationen zum Gedicht: Anfang wie Ende

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08.06.2011
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