mohnrote felder

Ein Gedicht von marmotier
mohnrote felder blühen
im weissen ödgestein.
ein hirte hütet ziegen.
sein esel trägt ihn heim.

die drohne sieht's von oben,
kommt emsig angeflogen.
man fragt sich doch, was dieser mann
heimlich im schilde führen kann.

schiesst er auf die soldaten,
die einst sein land betraten
fern in Afghanistan?
in seinem dorf, so wird gemeint,
verschwört sich der verruchte feind.
hat er sich angeboten?
sorgt er für all die toten?
hat er's getan?
ein taliban?
mudschaheddin
mit blut im sinn?

dann kommen bombenflieger
zu dem paschtunental.
sie machen alles nieder,
was dort gelebt einmal.
und zeitversetzte zünder.
es sterben noch mehr kinder,
wenn auch kollateral.

soldaten, ach soldaten,
des todes wahre meister,
wie hat man euch verraten,
als man euch hergebracht!
meint ihr, es stirbt sich leichter
bei Kabul in der nacht?

die mine fetzt das leben aus.
im freiflug bringt man euch nach haus.
dort leiden sie nicht minder.
und wieder weinen kinder.

blutrote felder blühen
im weissen ödgestein.
es weiden auch noch ziegen.
verloren und allein.



Copyright © Marmotier 2013

Informationen zum Gedicht: mohnrote felder

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01.05.2013
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