2. Die Stille, die schwerer wird
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
2. Die Stille, die schwerer wird
Eine Verdichtung am Rand
Die Stille liegt tiefer als gestern,
ein kaum hörbarer Druck
unter den Dingen.
Sie hält den Raum fester,
als müsste er sich
gegen etwas Unsichtbares lehnen.
Das Licht steht still,
ein Moment ohne Bewegung,
und die Luft trägt
eine feine Schwere,
die sich nicht erklären lässt.
Ein gedämpftes Ziehen
an der äußersten Linie.
Nichts fällt,
nichts bricht,
doch die Stille sammelt sich,
Schicht für Schicht,
und wird zu einem Gewicht,
das niemand benennt,
aber jeder spürt.