Himmelflug

Ein Gedicht von Lars Abel
Ich stahl mich gestern aus der Welt,
flog einfach fort im Abendhauch,
ich schwang mich auf zum Himmelszelt,
nur so will es der Seelen Brauch

Obwohl die Schwärze mich ergriff
und leise Furcht mich überfiel,
die Nacht gewiss kein Messer schliff,
sie dachte nicht an böses Spiel

Die Sterne funkelten gar hell,
sie dauert wohl ein banges Sein
es war, als ob der Lichterquell
mich wusch von allen Sorgen rein

Ich glitt dahin, als sanfter Wind,
besah von fern den Erdenleib,
denn kurz zuvor, dem Menschenkind,
verschloss sich solcher Zeitvertreib

Da rollte sie, die runde Welt,
und all die Körper rollten mit,
ganz gleich, was sie vom Rollen hält,
der Mensch rollt nach, hält zwanghaft Schritt

Nun seht, wir Seelen sind befreit,
kein Zahnrad uns die Richtung weist,
wir schweben frei durch Raum und Zeit,
begriffen schnell, was Freiheit heißt

(C) Lars Abel

Informationen zum Gedicht: Himmelflug

424 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
-
31.05.2016
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.
Anzeige