Zwei flatternde Blätter im Abendwind

Ein Gedicht von Klaus-Jürgen Langner
Von vielen Menschen die vorübergehen,
bleiben manchmal einige stehen –
halten in der Bewegung an,
und daraus können sich dann und wann
erste Kontaktgewebe entfalten,
die man noch festigen muss und gestalten,
wenn sie mehr sein sollen, als sie meistens sind
zwei flatternde Blätter im Abendwind.

Eine solche Begegnung hat stattgefunden,
noch sind es nur ein paar gemeinsame Stunden,
von denen keiner weiß, was daraus entsteht,
ob etwas länger bleibt oder schnell wieder vergeht.
Aber wer Hoffnungen hat sollte dies auch zeigen
Und nicht verschlossen sein und schweigen.
Weil sonst kostbare Zeit verrinnt,
für zwei flatternde Blätter im Abendwind.

Ich weiß, ein solch zufälliges Aneinandergeraten
Verlangt nicht nur Träume, sondern auch Taten.
Und ich selber bin so von Zweifeln voll,
ob ich nun träumen oder handeln soll,
dass ich befürchte es könnte passieren,
dass sich die Blätter wieder verlieren,
eh’ sich daraus etwas zu formen beginnt,
und es bleiben nur:
Blätter im Abendwind.

Side 85 Don

Informationen zum Gedicht: Zwei flatternde Blätter im Abendwind

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06.11.2013
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Klaus-Jürgen Langner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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