Die Ente

Ein Gedicht von Klaus-Jürgen Langner
Letzten Samstag um halb vier
Schrillt gnadenlos das Telefon
Bei uns im Polizeirevier.
„Verdammt nochmal, ich komm ja schon!“
Der Telefondienst-Bulle meckert,
er schlürfte grad so schön Kaffee..
jetzt ist die Hose vollgekleckert
Und im Schritt auch noch –„och neee!“
Er greift den Hörer wie ´ne Schlange
- „Wehe, wenn’s nicht wichtig ist“ -
knirscht er im Gedankengange
„und wehe du erzählst mir Mist!!“
„Ein Notfall – kommen sie nur gleich!
Ein schlimmes Unglück ist geschehen!
Grad im Moment im Stadtpark-Teich -
Herrjeh, ich hab´s genau gesehen...
..Eine Ente ist da drin versunken!“
– Der Polizist stöhnt voller Pein
„Mein Herr! Die ist doch nicht ertrunken!“
Und denkt: Was für ein blödes Schwein!“
Tippt sich an die Stirn und grinst.
„Neiiiiin! Rufen sie die Feuerwehr!
- Den Notarzt und den Rettungsdienst!
Der Anrufer nervt immer mehr....
„Tief atmen“ – mahnt der Bulle sich
„Es reicht ja wenn hier einer spinnt.
...und der Typ hat ja voll nen Stich!“
Beschwichtigt ihn, als wär´s ein Kind.
Mann, Ruhe – erste Bürgerpflicht!
Denkt sich dabei: „du kannst mich mal..“
„Jetzt echauffiern sie sich doch nicht,
...Für Enten ist so was normal!
Also erhol´n Sie sich vom Schrecken!
- Die hat ihr Fressen bloß im Sinn,
taucht dort nach Würmern und nach Schnecken!“

„Ja, aber - Der Fahrer sitzt da doch noch drin !???

Informationen zum Gedicht: Die Ente

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12.01.2014
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Klaus-Jürgen Langner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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