Der Wecker

Ein Gedicht von Klaus-Jürgen Langner
Gerade gestern ist es mir aufgefallen,
bei den meisten Menschen, Gottlob nicht bei allen,
sind sogar tagsüber die Augen geschlossen;
die verträumen ihr Leben, und da hab ich beschlossen,
dagegen muss etwas getan werden.
Für die vielen Tagträumer hier auf Erden,
für diese vielen fast schon Blinden,
würde ich einen Super-Wecker erfinden.
Und zwar müsste der solchen immensen Lärm machen,
dass er solange nervt, bis sie erwachen.
Ich habe nun wirklich nichts gegen das Träumen,
aber wer Tag und Nacht schläft, muss das Leben versäumen.
Wer selber wach ist kann es mir bestätigen,
Leben, das heißt doch sich aktiv betätigen.

Also hab ich mich daran gemacht,
und mir diesen Wecker ausgedacht,
der sollte wecken immer wieder und wieder,
ich selber aber wurde immer müder und müder—
bis ich selbst nicht mehr wachte sondern schlief,
und in meinem Traum bekam ich einen Brief!
Absender war ein gewisser „Gott“,
und der befahl mir aufhören! Und zwar sofort!!
Er wäre wegen meines Weckers in höchsten Nöten!!
Ich würde die meisten Menschen damit töten!!
Es gäb eine Gruppe, die träumt und dann noch die Wachen.
Aber die größte Anzahl würden andre ausmachen,
und deren Beachtung hätt ich beinah versäumt:
Die meisten Menschen werden nämlich nur geträumt!!!!
Und sollte ich jetzt meinen Super-Wecker erfinden,
dann müssten die dahinten alle--- verschwinden!!

Und da erkannte ich, ja, so ist das Leben,
na ja, da lass ich meine Erfindung eben.
Aber reizt mich nicht zu sehr, ihr fast schon Blinden,
sonst lass ich euch doch noch alle verschwinden.
Don

Informationen zum Gedicht: Der Wecker

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09.12.2013
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Klaus-Jürgen Langner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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