sagenhaft

Ein Gedicht von Katzenovia
***

Als in Hamburg noch die Geister
und die Riesen war'n bekannt,
ist so mancher wack're Meister
auch vor ihnen weggerannt.

Sprach ein Pfaffe seinen Segen,
über Menschen und Getier,
kam's dem Teufel ungelegen,
er verschwand aus dem Revier.

Doch er hauste in den Falten
jedes argen Angesichts,
so erzählten es die Alten,
als die Zeugen des Berichts.

Wehe dem, den Störtebeker
als ein lohnend' Ziel bedacht',
der Pirat und Schatzentdecker
hat den reichsten Fang gemacht.

Ein Klabauter auf dem Schiffe
oft das Ruder übernahm,
dass man durch des Sturmes Pfiffe
unbeschadet heimzukam.

Auch die Mär der runden Linde
überdauerte die Zeit,
Eulenspiegel war geschwinde
hier zu jedem Streich bereit.

Und der Michel hütet weiter
die Geschichten dieser Stadt,
manche traurig, manche heiter,
wie es eine jede hat.

Eine Stadt wie ein Gemälde
hält dem Meerestosen stand,
sanft gebettet fließt die Elbe
bis zum weiten Nordseestrand.

In den Sagen liegt geborgen,
wie es früher einmal war;
mit Vertrauen in den Morgen
stellt sich Hamburg heute dar.



22.04.2026 © rewey

Informationen zum Gedicht: sagenhaft

16 mal gelesen
23.04.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Katzenovia) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.