rätselhafte Bärengeschichten
Ein Gedicht von
Katzenovia
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In einer warmen Höhle wohnen ganz besondre Bären,
die nacheinander, jedes Jahr, man gerne lässt gewähren,
sie brauchen keinen Winterschlaf, genießen ihre Tage
und bieten oft dem Dichterherz gelungne Schreibvorlage.
Hast du mal seinen Pelz gesehn? Er ist so wunderbar.
In bunte Farbenpracht gehüllt, stellt sich der eine dar,
der schön posiert, vom Wind verweht bauscht er sich gerne auf
und manchmal treibt er einen gar zu einem schnellen Lauf.
Der andere, ein Jägersmann, geht morgens auf die Pirsch,
da trifft er Fuchs und Hase, scheues Reh, und auch den Hirsch,
doch braucht er kein Gewehr dazu, ihm reicht allein sein Sinn,
dabei erlebt er Dunkelheit mit neuem Zeitgewinn.
In silbergrauen Schleiern hat der dritte sich versteckt,
manch einer hat des nachts schon irre Geister dort entdeckt,
sein Ofen blubbert leis in seinem kuschligen Gelass,
die Luft erfüllt mit Brausen sich, es tanzt ein Regenfass.
Dann wird es still; von weichen Daunen ist er eingehüllt,
der vierte, der sich immer neu den einen Wunsch erfüllt,
von überall, aus nah und fern, da klingelt es ganz sacht,
und helles Leuchten strahlt aus vielen Fenstern durch die Nacht.
Nun ratet mal, an welche Bären hab ich wohl gedacht...
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