Rettungsschirm

Ein Gedicht von Johanne Thomsen
Wir sind hoffnungslos verloren
wir wollen nicht unter den Rettungsschirm
Wir wollen in stürmischen Fluten
den Kopf unter Wasser halten
bis Luftblasen aufhören an die Oberfläche zu steigen
Die Arme nicht mehr gen Himmel strecken
Wir warten bis die Beine schwer wie Blei sind
und die Füsse wieder festen Boden unter sich haben
Wir wollen das Stille ist
Frieden herrscht
und wir nicht mehr zum Leben gezwungen werden
Ich lege das Fernglas an die Seite
und stelle den Blick scharf
Am Horizont erkenne ich
die hohen Mauern die ich errichtet habe
um mich selbst zu schützen
Wilde Rosen ranken an ihnen hoch
und ihre Blüten wirken fast
wie bunte Farbtupfer in diesem trostlosen Grau
Es gibt keine Türen
keinen Eingang
kein Entkommen
Ich bin meine eigne Gefangene
mein eigener Häftling
Es gibt keine Besuchszeiten
Ich bin mein eigener General
meine Armee
und patrouilliere durch die Nacht
damit es nicht mal Träumen gelingt
die Mauern zu überwinden
und Enttäuschungen nicht mehr
an ihnen hochklettern
.....damit Ängste
in der kalten Nacht da draußen bleiben
und Zweifel nicht weiterleben können
....damit die fremden Mächte
mich nicht mehr übermannen
und Seelenverkäufer keine Geschäfte
mehr machen
....damit die Schüsse verhallen
es in mir ruhig werden kann
und ich den Gesang meiner Seele
endlich wieder höre.......



Johannne Thomsen

Informationen zum Gedicht: Rettungsschirm

96 mal gelesen
(Es hat bisher keiner das Gedicht bewertet)
1
20.11.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Johanne Thomsen) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
Anzeige