Internationale Küche

Ein Gedicht von Janfried Seeburger
Willst du heut‘ ein deutsches Essen,
ja, das kannst du gleich vergessen.
Statt einem guten Wurstsalat,
gibt es heute in der Tat,
Saziki nur und anderes Gemotze,
da haut’s dich um, es ist zum ko . . . . .
Wiener Schnitzel ist auch vermessen,
statt dessen muss man Kebab fressen.
Beim Schweinebraten, das darfst du glauben,
da bleibt dir gleich die Schnauze sauber,
du frisst mit Grausen diesen Gyros,
blick‘ ich das noch, was ist denn hier los.
Ja haben die was an der Waffel,
statt Fleischküchle gibt’s jetzt Falafel,
die mampft man gehäckselt und im Ganzen,
die fahren drei Tag dir durch den Ranzen.
Du denkst, du jetzt muss ich sicher sterben,
von diesem Mus aus Kichererbsen.
Nein, mein Freund da kichert niemand mehr,
vor lauter Sehnsucht wird das Herz dir schwer.
Es tropfen dir schon deine Lefzgen,
wie würdest Saure Leberle du jetzt schätzen,
mit Kartoffeln golden braun gebraten,
alles gut gewürzt und wohl geraten.
Vergiss es schnell, davon ist nix da,
statt dessen gibt es vielleicht Pizza.
Mit Spinat und Rucola noch aufgemotzt,
sieht aus wie wenn man auf die Herdplatt‘ kotzt.
Wenn das nicht reicht dann wird’s noch schöner,
dann holst du vielleicht noch einen Döner.
Aus herrlich altem Gammelfleisch,
mit viel Knoblauch, und verdächtig weich.
Du möchtest Spätzle mal mit Linsen,
da vergeht dir rasch das Grinsen.
Denn statt dessen gibt es Pola Pola,
und dazu lauwarme Coca Cola.
Denkst du jetzt an Käsespatzen dran,
gibt’s Spaghetti nur mit Parmesan.
Statt Reis da gibt es nur Risotto,
und du bekommst den flotten Otto.
Ich komm‘ vom Scheißhaus nicht mehr runter,
bei dieser Nahrung gar kein Wunder.
Denn aus dem ganzen Schlangenfrass,
entwickelt sich Dünger nur und Gas.
Was soll das Ganze, küß den Anus mir,
Wurstsalat möchte ich gern und Bier.
Von Schweinebraten, braun und saftig,
und Grießklöschen träum ich wahrhaftig,
seh‘ Knödel vor dem Maul rum schweben,
Spätzle und Blaukraut müßt‘ es geben.
Dann wär‘ ich glücklich und schnell satt,
weil man etwas rechtes dann Ranzen hat.
Ich geb‘ es zu, ich bin verfressen,
unsere Mitbürger haben auch sehr gutes Essen,
ich hab ganz ehrlich leicht gelogen,
ich hab mir den Ranzen oft verbogen,
weil ich mit Genuss und großem Spaß,
die ganze Palette oft gierig fraß,
ob russich, türkisch, spanisch, italienisch
privat war es nie schlecht, oder zu wenig.
Die Kneipen soll man mit Wissen wählen,
es kann ein Dünnpfiff sehr lang quälen.
Drum friss was du mit Hirn dir ausgesucht,
denn Schlangenfrass gibt es genug.

Informationen zum Gedicht: Internationale Küche

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07.09.2012
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Janfried Seeburger) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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