Fasching für Alte

Ein Gedicht von Janfried Seeburger
Fasnet ist in jungen Jahren
hat jeder „Alte“ mal erfahren
viel Spaß und auch Vergnügen pur,
doch ist man älter, schadet‘s nur.
Am Abend trinken, essen, tanzen,
am nächsten Tag zwickt dich der Ranzen,
dir ist den ganzen Tag kotzübel,
hängst heftig würgend über‘m Kübel.
Beine und Rücken schmerzen auch,
du fühlst dich wie ein nasser Schlauch.
Hast du zuvor in dieser Nacht
mit einer Schönen Quatsch gemacht,
dann droht dir deine liebe Holde,
die dieses ja nun gar nicht wollte,
mit dem Wellholz an viel‘ Hiebe,
vorbei ist’s mit der Eheliebe.
Sie stellt den Kamm so wie ein Hahn,
du denkst: Was hab ich nur getan?
Drum willst du am Faschingsabend
mit Wein und Bier dich nochmal laben,
dann denk daran du alter Knochen,
was früher einstmals du verbrochen.
Lab dich an der Erinnerung,
denn deine beste Zeit ist um.
Zehr‘ nun davon solang es geht,
das Alter steht dir jetzt im Weg.
Sei froh über jede so tolle Stund‘
warst selber mal ein wilder Hund!
Nun lehn‘ zufrieden dich zurück,
du hattest schon dein Faschingsglück.
Brav und geborgen bleib daheim,
da kann man jetzt zufrieden sein.
War früher auch der Fasching schön,
geniss‘ jetzt TV und Kanapee.
Ich selbst bin auch davon betroffen,
drum Kanne her, und Tee gesoffen.

Informationen zum Gedicht: Fasching für Alte

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07.09.2012
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Janfried Seeburger) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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