Er geht hart mit sich ins Gericht (1)

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-Fiktion –

Mein Leben war, ist und bleibt wohl versaut,
weil ich nicht raus kann aus meiner Haut,
in ihr fühle ich mich gefangen,
konnte ihretwegen nicht erlangen
die Freiheit, nach der ich innigst strebte,
obwohl mein Herz ängstlich erbebte
aus lauter Furcht vor einem Neubeginn,
nach nichts anderem stand mir der Sinn.

Tiefer Zwiespalt meiner Gefühle
durchdrang mich Heißsporn mit Angst und Kühle
als kämpfte Wasser mit dem Feuer
gegen mein Seelen-Ungeheuer,
das stark wie psychodelische Pillen
nach und nach verschlang meinen Willen,
mich dadurch zur „Untätigkeit“ zwang,
mir ein Leben aufzwang, ohne Belang.

Das Ungeheuer in mir höhlt mich aus,
ich kann aus meiner Haut nicht heraus
und unwiederbringlich dahingerafft
ist seit langem meine Willenskraft,
auch ist, s für den Neubeginn zu spät,
weil demnächst der Tod mich zu sich einlädt,
doch bis zum tödlichen Stelldichein
lastet Schwermut auf mir wie Gestein.

Informationen zum Gedicht: Er geht hart mit sich ins Gericht (1)

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20.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.