Totenhaus

Ein Gedicht von Gabriele Weinschenk
Wüstensand beginnt sich zu vernarben
Schlächter wetzen Messer mit Entzücken
Vipern verlieren ihre Hörner voller Gram
Brunnen trocken werden zu Fossilien
Eunuchen brechen nicht nur Wellenrücken
Von nun an weben Spinnen einen dunklen Faden
Verleumder werden feierlich gepriesen
Geier werden leichenblass vor Scham
Kropfgazellen lahmen werden heiser
Karakale steigen ohne Lächeln heimlich auf
Ihre Stimmen kaum zu hören werden immer leiser
Sphinxhaft bewachen sie das Totenhaus


© Gabriele Weinschenk

Informationen zum Gedicht: Totenhaus

25.02.2017
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