Justitia

Ein Gedicht von Florian Brunner
Du erwartest verbundene Augen,
doch sie ist nicht blind.
Du kannst ihr nicht vertrauen,
sie dreht sich wie die Fahne im Wind.

Sie ist käuflich, sputet bei Moneten,
knickt ein bei Titeln, Posten, Uniformen.
Sie hofiert die Reichen, verachtet die Proleten,
erzürnt sich bei niederen Umgangsformen.

Man ist schon lange nicht mehr „gleich“,
dieser schöne Traum ist ausgeträumt.
Man blendet nur und klopft uns weich,
wach auf, sonst wirst du entfernt und weggeräumt.

Mir ist es selber so widerfahren,
aus Erfahrung lernt man und wird klug.
Mein Resümee aus vielen Jahren,
jegliches anderes Fazit wäre Selbstbetrug.

2016

Informationen zum Gedicht: Justitia

241 mal gelesen
(2 Personen haben das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 3,8 von 5 Sternen)
-
06.12.2016
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige