Besuchszeit

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Der Fluss nahm dem Jungen
den Atem
und für einige Minuten
auch seinen Namen.

Als man ihn ans Ufer zog,
hatte sein Körper
die Zeit bereits verlassen.

Fremde Hände drückten sein Herz
zurück in den Takt der Uhren.

Wochen später
stand er wieder im Garten,
ein Pflaster im Gesicht,
das Alphabet auf den Lippen.

Nur zwischen zwei Buchstaben
lauschte er
in eine Richtung,
die niemand sah.

Später hieß es,
er besuche die Toten.

Die Tür,
durch die er zurückkam,
war nicht ganz
ins Schloss gefallen.

Informationen zum Gedicht: Besuchszeit

04.09.2026
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