ER...oder auf meiner Seite der Ehe

Ein Gedicht von Bella De Lori
Die andere Seite
Sein Blick schweift zu ihr,
seine Gedanken drehen sich wie die Mühle im Wasser.
Die Gefühle poltern und hämmern im Kopf.
Monoton erklingt es:
"Ich halte dieses ordiniäre, keifende Waschweib nicht mehr aus!"
Seine Stirn in Falten gelegt, fragt er sich,
was habe ich mal an ihr geliebt?

Er weiß es nicht mehr und es ist ihm auch gleich, weil nichts mehr da ist, außer ihren erwachsenen Kindern und Enkelkindern.
Die finden ihre Mutter und Oma auch nur noch peinlich.
Manchmal reicht schon ein flüchtiger Augenkontakt mit seiner Tochter -
und sie verstehen sich ohne Worte.
Augen, die stumm sagen, Papa wie hältst du das noch aus?
Charles Aznavour sang das Lied:
"Du lässt dich gehn, mit deiner schlampigen Figur gehst du mir gegen die Natur, ich kann dich einfach nicht mehr sehn, du lässt dich gehn.."
Man könnte meinen, er hätte das Lied für meine Frau geschrieben.
Ich schäme mich für meine Frau.
Unsere Nachbarn reden und lachen über sie und ich weiß, sie haben recht.
Der Versuch sie mir schön und erträglich zu trinken, ist kläglich gescheitert.
Soviel trinken kann ich nicht.
Und im Bett läuft auch nichts mehr,
oder es ist fad und langweilig,
einfach eine Pflichtnummer.

Mein Kumpel hat mich mit in ein Puff genommen.

Dieser Gang einmal im Monat entschädigt mich für dieses Eheleben,
das von Frust und Gleichgültigkeit lebt.
Sie ist das High light meiner Männlichkeit,
eine gekaufte Liebe, Zärtlichkeit auf Zeit.

Eine keifende Stimme reisst ihn aus den Gedankenkarusell..

"Mann, hörst du mir überhaupt zu, wenn ich mir dir rede?..."
Ja höre ich dich..
aber irgendwie schon zu lange
diese keifende Stimme und wie sie wieder aussieht.
Ich kann nicht mehr
Ich will weg,
raus aus diesem Leben,
ohne dieses Weib was mir die Luft zum Leben nicht....
er nimmt 50€ und geht und kauft sich für 30 minuten Glück und Zärtlichkeit..


@ bella

Auch Männer leiden, was mir eine lange eMail aufzeigte..

Informationen zum Gedicht: ER...oder auf meiner Seite der Ehe

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20.06.2012
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.
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