Beides

Ein Gedicht von Anita Namer
Egal, wie sehr das Leben mich geformt hat,
ist in mir immer noch dieses kleine verletzliche Mädchen, das sich manchmal einfach nur wünscht,
sich in Arme fallen lassen zu können, in eine Geborgenheit hinein.
Es wünscht sich, darin Halt zu finden, sich geborgen, gehalten, verstanden und beschützt zu fühlen.
Für einen Moment – will dieses Mädchen alles vergessen und einfach nur sein.
Gleichzeitig ist in mir auch dieses kleine Mädchen, das staunend, neugierig, mit großen Augen und offenem Mund die Welt entdecken, erforschen, erfahren und Abenteuer erleben will.
Dieses kleine Mädchen, das manchmal ängstlich nicht weiß, wohin sein Weg führt
und plötzlich doch soo viel Kraft in sich findet, wie eine Löwin zu kämpfen.
Dieses kleine Mädchen, das vor Freude hüpfen und tanzen kann,
Purzelbäume und Räder schlagend sagt: „Ach, wie ist die Welt doch wunderschön!“
Gleichzeitig ist in mir auch dieses kleine Mädchen, das in tiefer Trauer tränenerstickt weinen kann
und das auch nicht weiß, wie es dem Schmerz der Welt begegnen kann.
Dieses kleine Mädchen, das manchmal ratlos ist, nicht weiter weiß, sich verkriechen will,
manchmal sogar aufgeben oder sterben...
nicht – ohne kurze Zeit später mutigen Herzens Schritt für Schritt seinen Weg zu gehen.
Steckt auch in dir so ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge?
Dann geben wir uns doch die Hand und gehen ein Stückchen unseres Weges gemeinsam.

© A. Namer 09/2014
(50 Jahre und noch immer kein bißchen weise....)

Informationen zum Gedicht: Beides

25 mal gelesen
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13.09.2021
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Anita Namer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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