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Typ: Autor
Geburtsdatum: * 02.10.1616
Todesdatum: † 16.07.1664

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Anzahl Gedichte: 3
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Gedichte gelesen: 29.688 mal
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Titel
3 Menschliches Elende 30.09.07
Vorschautext:
Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmerzen
Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

Dies Leben fleucht darvon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Toten-Buch der großen Sterblikeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.

Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt,
Und wie ein Strom verscheust, den keine Macht aufhält:
...
2 Trauerklage in sehr schwerer Krankheit 30.09.07
Vorschautext:
Ich bin nicht, der ich war, die Kräfte sind verschwunden!
Die Glieder sind verdorrt wie ein verbrannter Graus,
Hier schaut der schwarze Tod zu beiden Augen aus,
Nichts wird als Haut und Bein mehr an mir übrig funden.

Der Atem will nicht fort; die Zung steht angebunden.
Mein Herz das übersteht numehr den letzten Strauß,
Ein jeder, der mich sieht spürt dass das schwache Haus
Der Leib wird brechen ein, gar inner wenig Stunden,

Gleich wie die Wiesenblum früh mit dem Licht der Welt
Hervor kommt, und noch eh der Mittag weggeht, fällt;
...
1 Tränen in schwerer Krankheit 30.09.07
Vorschautext:
Mir ist ich weis nicht wie, ich seufze für und für.
Ich weine Tag und Nacht, ich sitz in tausend Schmerzen;
Und tausend fürcht ich noch, die Kraft in meinem Herzen
Verschwindt, der Geist verschmacht, die Hände sinken mir.

Die Wangen werden bleich, der schönen Augen Zier
Vergeht, gleich als der Schein der schon verbrannten Kerzen.
Die Seele wird bestürmt gleich wie die See im Märzen.
Was ist dies Leben doch, was sind wir, ich und ihr?

Was bilden wir uns ein! was wündschen wir zu haben?
Itzt sind wir hoch und groß, und morgen schon vergraben:
...
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