Winterkirchhof

Ein Gedicht von Lewin Dunkel
Winterkirchhof

Der Schnee lag auf den alten Steinen.

Die Namen waren schon verblasst,
als hätte Wind über Jahrzehnte
Buchstabe um Buchstabe mitgenommen.

Zwischen den Gräbern stand eine Birke.
Ihre Zweige zeichneten feine Linien
gegen den kalten Nachmittag.

Hier ruhte Stille.

Doch unter ihr lag etwas anderes.
Nicht Trauer allein.

Eher die Frage, ob Erinnerung
eine Form des Weiterlebens ist.

Der Himmel wurde langsam dunkler.
Die Birke bewegte sich im Wind.

Und niemand wusste,
welche Geschichten noch in dieser Kälte wohnten.

Informationen zum Gedicht: Winterkirchhof

10.10.2026
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