Sommertag (auf der Fraueninsel, Chiemsee)

Ein Gedicht von Josef Albert Stöckl
Sommertag (auf der Fraueninsel, Chiemsee)

Türkisblaues Wasser grenzt
die kleine Insel ein
und auf den sachten Wellen glänzt
goldener Sonnenschein.

Eine weiße Möwe liegt im Wind
und schwebt im Himmelsblau
schluchzt in der Nähe denn ein Kind?
Doch nur die Möwe ruft: „Au, au“

Weiße Flocken schweben nieder
wach ich, schlaf ich, ist‘s ein Traum?
Doch ist's kein Schnee und kein Gefieder:
Es ist Weidenblütenflaum.

Ein kecker Spatz, ein schlauer Bube
erhascht das weiche Flaumgespinst
er polstert wohl die Kinderstube?
Mir ist’s, als ob er heimlich grinst.

Vorbei an bunter Blumenpracht
geht’s durch die Münstertür
drin herrscht Stille und Andacht:
Die Welt bleibt hinter mir.

Josef Albert Stöckl

Informationen zum Gedicht: Sommertag (auf der Fraueninsel, Chiemsee)

11.09.2026
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