Schriftzüge des Lebens

Ein Gedicht von Thomas De Vachroi
Die Schrift ist uns allen wohlbekannt,
doch kaum mehr geht sie aus der Hand.
Es wird gekrakelt, teilweise noch schön geschrieben,
doch scheint die Feder aus dem Alltag längst vertrieben.

Der Computer hält uns fest im Bann –
man tippt, statt dass man noch schreiben kann.
Auf dem Bildschirm tanzen nun die Lettern,
von nüchtern bis zu barocken Rettern:

Calibri Light macht’s hell und fein,
Calibri will seriös gern sein.
Book Antiqua träumt von alten Tagen,
Arial Black hat nichts zu beklagen.

Times New Roman schweigt gescheit,
Bahnschrift rollt in Arbeitskleid.
Aptos Narrow steht ganz gerade,
Arial Narrow – fast dieselbe Parade.

Bahnschrift Light ist federzart,
Condensed macht’s kurz – das spart!
Altdeutsch wirkt so fromm, so streng,
Sütterlin – ein Handschwung, ziemlich eng.

Kurrent fließt flink durchs Pergament,
Fraktur bleibt stolz, wie man sie kennt.
So ziehen Schriften durch all die Zeit,
vom gepixelten bis zur Ewigkeit.

Und eines bleibt, trotz Stil und Macht –
die Handschrift wird von Menschen gemacht.

©Thomas de Vachroi

Informationen zum Gedicht: Schriftzüge des Lebens

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15.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Thomas De Vachroi) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.