Romantik im Alter

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Früher war Klaus romantisch,
aufmerksam und sehr verliebt.
Heute schweigt er seine Hilde an,
weil es nichts mehr zu sagen gibt.

Viele Jahre sind vergangen,
man sieht es an den Falten.
Verträumt sagt Hildegard zu Klaus:
"Früher hast du meine Hand gehalten."

Klaus schaut von der Zeitung auf,
und lächelt ganz entspannt,
er legt das Tagesblatt zur Seite
und greift nach ihrer Hand.

"Vor Jahren hast du mich morgens,
oft mit einem Kuss begrüßt.
Das sind die kleinen Gesten,
die man im Alter so vermisst."

Klaus beugt sich zu ihr rüber,
und gibt ihr einen Wangenkuss.
"Nun muss es aber gut sein",
brummt er schon mit Verdruss.

"Wenn wir abends schlafen gingen,
wälzten wir uns in unseren Kissen.
Du hast mir im Liebesrausch,
zärtlich in den Hals gebissen.

Hildegard schaut zu ihm rüber,
und lächelt ganz verstohlen.
"Jetzt ist gut, was soll denn das?
Soll ich noch meine Zähne holen?"

Informationen zum Gedicht: Romantik im Alter

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20.02.2026
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