Opa in Erklärungsnot...

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Justin schläft im Gästezimmer,
ich geh´ nach oben, so wie immer,
und möchte vor dem Schlafengehen,
noch einmal nach dem Rechten sehen.

Da leuchtet doch ein zarter Schimmer,
durch die offene Tür, vom Nebenzimmer,
wie ich schon von weitem seh´,
blinkt noch der Bildschirm vom PC.

Das ist ja wirklich nicht zu fassen.
Der Bursche hat ihn angelassen.
Kontrolle ist besser als Vertrauen.
Man muss doch immer noch mal schauen.

Nun folge ich meinem Instinkt...
Wo hat er sich denn eingeklinkt?
Eine Blondine rekelt sich kokett
und splitternackt auf ihrem Bett.

Daneben steht zu meinem Kummer,
auch noch eine Handynummer.
Der Junge ist doch gerad´ erst zehn,
so etwas darf er gar nicht sehen.

Die Nummer werde ich gleich mal wählen.
Der Dame werde ich was erzählen….
Sie sollte sich fortan bemühen
und sich mal etwas überziehen.

Dem Frollein hab´ ich es gegeben.
Hier kann man wirklich was erleben.
"Was machst du hier, die ganze Zeit?,
fragt meine Angetraute, - Adelheit.

Sie schaut jetzt mit entsetzter Miene,
auf die entblätterte Blondine.
Vor Charme werde ich plötzlich rot
und gerate in Erklärungsnot.

„Es ist nicht so, wie es gerad´ scheint,
ich habe es nur gut gemeint.“
„Ist klar", entgegnet sie empört.
"So `n Blödsinn hab´ ich noch nie gehört!“

Informationen zum Gedicht: Opa in Erklärungsnot...

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22.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.