Ist das noch Badespaß?

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Heute kommt unsere Enkelin,
nach Badespaß steht ihr der Sinn,
wir fahren in das „Bade-Land“,
das jedem Schulkind hier bekannt.

Vor der Halle eine Schlage.
Wir sind geduldig, - warten lange.
Ferienzeit, das kann passieren,
nur die Nerven nicht verlieren.

Beim Umziehen gibt es ein Problem,
eine Kabine wäre angenehm,
doch jede Zelle ist belegt.
Es scheint, dass sich hier gar nichts regt.

Das Hallenbad ist überfüllt.
Es wird geschrien und gebrüllt.
Erschrocken fragt die Enkelin.
Wo legen wir uns denn jetzt hin?

Kein freier Stuhl, auch keine Liege,
ich merke, dass ich Panik kriege.
Am Fenster wird ein Plätzchen frei.
Wird es denn reichen für uns Drei?

Nun versuchen wir in dem Wasserbecken,
ein freies Plätzchen zu entdecken.
Das Strudelbecken reizt ungemein,
dort schleusen wir uns jetzt mal ein.

Im Schwimmbad gibt’s ein Wellenbecken.
Auch dieses gilt es jetzt zu entdecken.
Hier spielt man Faustball, - ohne Wellen.
Die Bälle durch die Halle schnellen.

Schon knallt ein Ball mir ins Gesicht.
Er nimmt mir gleich das Augenlicht.
Ich stehe im Dunkeln kurze Zeit,
dem Jungen tut es furchtbar leid.

Ich sitzt im Wasser, die Hand vorm Gesicht
und bange um mein Augenlicht.
Der Schädel dröhnt, ich kann nichts sehen,
kleine Sternchen sich im Kopfe drehen.

Mit dem linken Auge kann ich erkennen,
dass die Kinder aus meinem Blickfeld rennen.
Ich bin geschockt, steig aus dem Becken.
Jetzt heißt es erst mal Wunden lecken.

Nur raus aus diesem Bad - nach Haus.
Hier halte ich es nicht mehr aus.
Badespaß war das heute nicht,
eher ein Attentat auf mein Augenlicht.

Informationen zum Gedicht: Ist das noch Badespaß?

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01.07.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.