Im Straßencafè
Das Leben ist hektisch, wohin man schaut,
gestresste Menschen, - in den Straßen ist´s laut.
Niemand hat Zeit, in der Hand „Kaffee to go“,
die Zeitung unterm Arm, - und ab ins Büro.
Autos hupen, die Straßenbahn rasselt vorbei,
Radfahrer klingeln sich den Weg schimpfend frei.
Ich sitze im Café, schaue mir das Treiben still an,
am Nachbartisch telefoniert gerade ein Mann.
Der Kellner bringt mir frischen Erdbeerkuchen,
die Beeren muss ich unter der Sahne suchen.
Ein Latte Macchiato mit Herzchen, wie schön,
das habe ich bisher nur im Fernsehen gesehen.
Das Glas ist so heiß, dass ich mich verbrenne.
Warum keine Tasse mit Henkel, so wie ich es kenne?
Mein Gegenüber schmunzelt und schaut interessiert,
ich habe das Gefühl, das gleich etwas passiert.
Schwungvoll erhebt sich der Mann vom Stuhl,
kommt auf mich zu und lächelt cool.
„Entschuldigung“, sagt er völlig entspannt,
„ich habe dich schon von Weitem erkannt.“
Meine Sandkastenliebe, - hier im Straßencafé...
"Wer hätte gedacht, dass ich dich noch mal seh?"
Seine Augen leuchten vertraut und so warm,
behutsam nimmt er mich in sofort in den Arm.
Die Begrüßung ist herzlich, ich biete ihm einen Platz an.
Mein kleiner Tommy, ist inzwischen ein stattlicher Mann.
Er erzählt mir von seinem Studium, wo er überall war.
Wir lassen Erinnerungen aufleben und sind uns so nah.
40 Jahre sind vergangen, wo ist die Zeit nur geblieben?
Ich glaube, ich könnte mich auch in Thomas verlieben.
Während wir fröhlich im Gespräch versinken,
schlürfe ich lauwarmen Kaffee, - so lässt er sich trinken.
Niemand schaut auf die Uhr, niemand schaut aufs Display.
Wir schwelgen in Erinnerungen, - im Straßencafe.
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