Homunkulus das Zahlenwesen

Ein Gedicht von Gerald Arnold Wartensteiner
Homunkulus das Zahlenwesen

Alle Menschlein sind schon da,
Mathematika und Informatika.

Wollen einen Menschen bauen,
ach, wir Schlauen!

Hurtig wird hier diskutiert,
zackig programmiert!

Nach Jahren ist das Haus vollendet,
aus Strom und Bits gebaut.

Damit jeder, der zu ihm sich wendet,
die Zahlen bekommt,
nun schnell gesendet.

Im Rechenzentrum, riesig groß,
da steht das „Monster“ unvollendet.
Man kann es leider nicht ergründen,
ein jeder denkt: Was macht es bloß?

So wächst das Werk ganz hoch hinaus!
Zum Fürchten ist das Zahlenhaus!
Doch jeder, der es eifrig nutzt,
bekommt nur Wörter ausgespuckt!

Die Zahlen wandern hin und her,
zu Wörtern werden
sie, ach, gar nicht schwer!

Schau: Tock, Tock, Tock, ein Tocken kommt,
auch eilt der nächste schnell herbei!
Eins, zwei, drei, im Sauseschritt
herausströmt nun der Wörterbrei!

Die Menschlein stehen ganz entzückt:
„Es denkt! Es denkt!“
So rufen sie beglückt!
Der Homunkulus ist gut gelungen,
so jubeln rasch die Alten und die Jungen!

Das Denken wird nun rasch verlernt,
das eigene Hirn, so noch vorhanden,
hat Ruhestand in allen Landen!

Hurra, hurra!
Es wächst und gedeiht ganz prächtig,
ein schöner Götze, übermächtig!
Gar mancher wäre gern bereit,
ihn anzubeten alle Zeit!

Homunkulus, das Zahlenhaus,
ist König und nun stets vorhanden!

Verfasser: Gerald Arnold Wartensteiner

Informationen zum Gedicht: Homunkulus das Zahlenwesen

20.09.2026
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