Funkstille

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Sie sitzt im Dunkeln, auf dem Balkon,
schaut aufs Display vom Telefon,
der Straßenlärm dringt zu ihr rauf,
sie ist gereizt und nicht  gut drauf.
Warum rufst du mich nicht an?
Möglichst jetzt, - nicht irgendwann!
 
Der Abend gestern war so schön,
wir wollten uns doch wiedersehen.
Wolltest du meine Nummer haben,
nur um mich mal anzugraben?
War der Stift, in deiner Tasche,
doch nur eine coole Masche?
 
Dieses Warten ist so grässlich.
Seid ihr Männer nicht verlässlich?
Traurig sitzt sie im Dämmerlicht
und warte auf eine Kurznachricht.
Alles dunkel, bedrohliche Stille...
Sie sucht nach ihrer Lesebrille?
 
Oh, kein Signal, ein Strich - blutrot.
Das Handy ist scheinbar mausetot.
Nicht das kleinste Lebenszeichen...
So kann mich kein Mensch erreichen.
Das Smartphone muss ins Ladegerät.
Hoffentlich ist es noch nicht zu spät.
 
Drei entgangene Anrufe, - von dir allein.
Nachrichten purzeln jetzt herein.
Er schreibt von Sehnsucht und Verlangen.
Jetzt spürt sie ihre heißen Wangen
Herzchen und Küsse schickt sie zurück.
Da hatte sie noch einmal Glück...

Informationen zum Gedicht: Funkstille

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31.05.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.