Freitod

Ein Gedicht von Nicole Sunitsch
Ich verstehe die Welt nicht mehr,
meine Gedanken sind so leer.
Warum hast du das gemacht?
Das hätte sich niemals wer gedacht.

Ich bin erschüttert und traurig,
es ist enttäuschend und schaurig.
Ich mache mir Vorwürfe
und habe ein schlechtes Gewissen,
ich kann es nicht glauben,
bin innerlich nur noch zerrissen.

Warum hast du nichts gesagt?
Du hast dich nie über etwas beklagt.
Warum bist du nicht zu mir gekommen?
Wir hatten ein inniges Verhältnis
und waren uns stets gut besonnen.

Ich kann es nicht verstehen,
ich konnte deine Trauer nicht sehen.
Es tut mir so unendlich leid,
ich hoffe, dass es mir Gott mal verzeiht.

Mit den Schuldgefühlen muss ich jetzt leben,
doch meinen Bruder kann mir niemand zurück geben.
Du hast dich für den Freitod entschieden,
meine Liebe zu dir konnte nicht siegen.
Es ist für mich unfassbar,
doch die Würde eines Menschen ist unantastbar.

Ich muss deine Entscheidung mit deinen Augen sehen,
ich hoffe meine Schmerzen und Trauer
werden irgendwann mal vergehen.
Alle Engel mögen dich da oben begleiten,
vielleicht kannst du dein Leben jetzt bestreiten.

Lieber Bruder,
ich hoffe, du kannst nun in Ruhe leben
und vielleicht werden wir uns irgendwann mal wiedersehen.

© Nicole Sunitsch
nicolesunitsch.blogspot.com

Informationen zum Gedicht: Freitod

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Tag, Tod
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03.12.2017
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Nicole Sunitsch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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