Flugangst

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Ob Groß, ob Klein, ob siebzig oder sieben,
fast jeder Mensch hat Angst vorm Fliegen.
Erst sieht man es locker und ist ganz munter,
dann fragt man sich, „komme ich gut runter?“

Als geht es hier um Kopf und Kragen,
wird mir stets ganz flau im Magen.
Ich brauche meinen ganzen Mut
und hoffe, es geht wieder gut.

Die Flugbegleiterin schaut fröhlich drein,
dann kann es nicht gefährlich sein.
Mit wachem Blick und der nötigen Strenge,
verweist sie auf die Notausgänge.

Sie erwähnt die Schwimmwesten unter den Sitzen,
- jetzt gerate ich schon ins Schwitzen.
Doch Freunde, es kommt noch viel krasser.
Es gibt einen Plan, für eine Landung im Wasser.

Der Rettungsplan in der Tasche, am Vordersitz,
das ist doch wohl ein schlechter Witz.
So etwas kann nicht beruhigend sein...
Die Rettungsinsel ist im Notfall viel zu klein!

Sauerstoffmasken für den Druckausgleich!
Jetzt werden mir die Knie ganz weich.
Worauf habe ich mich nur eingelassen?
Das ist doch wirklich nicht zu fassen.

Meinen Sitz-Nachbarn scheint das nicht zu stören,
er scheint nicht einmal zuzuhören.
Er liest ganz interessiert „Die Welt“,
während meine gerad´ zusammenfällt.

Informationen zum Gedicht: Flugangst

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16.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.