Es kam anders, als gedacht…

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Jochen hat vieles ausprobiert,
war fleißig und hat Kunst studiert,
jetzt fragt sich dieser junge Mann,
was fange ich mit dem Studium an?

Geld verdiente er in Studienzeiten
mit kleinen Jobs und Tätigkeiten,
fuhrt mehrgleisig, auf vielen Schienen,
um ein paar Euros zu verdienen.

Nun wurde er vor einem Jahr,
recht jung und unverhofft, - Papa.
Aus seinem Leben rausgerissen,
wurden Zukunftspläne umgeschmissen.

Um sich erst einmal durchzuschlagen,
fuhr der Künstler Krankenwagen.
Die junge Mutter blieb zu Hause
und machte eine Baby- Pause.

Vor Kurzem wechselte das Paar,
- zu Hause bleibt nun der Papa.
Windeln wechseln, waschen, kochen,
- so haben sie es abgesprochen.

„Unzufrieden und voller Groll,
weiß er nicht, wie er`s schaffen soll,
der Tag beginnt schon früh um sieben,
Kind füttern, putzen, Wagen schieben...

Der Alltag ist sehr lang und schwer,
zum Malen komme ich gar nicht mehr.“
Die junge Mutter, die liebe Jule,
unterrichtet wieder an der Schule.

Der Schuldienst tut ihr sichtlich gut,
sie kommt nach Haus, mit frohem Mut,
Ist glücklich, freut sich auf ihre Lieben,
schwebt geradezu auf Wolke sieben.

Ihr Liebster sieht recht traurig aus,
denn es gefällt ihm nicht zu Haus.
Hausmann sein ist eine Qual,
doch er hat leider keine Wahl...

Informationen zum Gedicht: Es kam anders, als gedacht…

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26.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.