Die Veränderung, die niemand bemerkt
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
Die Veränderung, die niemand bemerkt
Ein leiser Riss im Gleichgewicht
Etwas verschiebt sich, kaum sichtbar,
ein feiner Druck im Raum,
wie ein Atemzug, der länger bleibt
als gestern.
Die Linien stehen noch,
doch ihr Gleichgewicht ist dünner geworden,
ein kaum hörbarer Zug
an der äußersten Stelle.
Das Licht hält sich anders,
ein wenig schräger,
als hätte der Tag
seinen festen Stand verloren.
Die Stille trägt mehr Gewicht,
ein gedämpftes Fallen
in den Zwischenraum.
Nichts bricht,
nichts ruft,
doch die Ordnung liegt
einen Hauch daneben,
als würde sie sich
in eine neue Spur legen,
unentschieden,
unbemerkt.
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