Der Schlankheitswahn

Ein Gedicht von Toralf Neher
Täglich quälen sich Frau und Mann,
durch stählernen Parkour.
Es ist der blöde Schlankheitswahn,
der uns nicht kommen lässt zur Ruhe.

Von Rostock bis nach Zittau rein,
sieht man die Leute schwitzen.
Der Waschbrettbauch wird hart wie Stein,
heiß rinnt der Schweis durch alle Ritzen.

Es wird gerudert und gerannt,
gestoßen und geflucht.
Eingedroschen auf den Sack mit Sand,
zum Schluss die Sauna aufgesucht.

Hier wird das letzte Pfund verbrannt,
nun kann der Sommer kommen.
Die Kelle wandert in die Hand,
der letzte Aufguss hat begonnen.

Jetzt gehts ab ins Tauchebecken,
der kalte Abschluss muss wohl sein.
Noch die Figur vorm Spiegel checken,
nun geht es in die Bar hinein.

Der Renner ist dort ein Getränk,
das aussieht wie ein Becher Quark.
Leider ist das kein Geschenk,
sondern der letzte Gang zum Sarg.

Nun hat das Leiden wohl ein Ende,
alles wurde übertrieben.
Der Teufel reibt sich froh die Hände,
der Waschbrettbauch, der ist geblieben.

Drum treibe Sport nur mit Bedacht,
behalte ein paar Pfunde.
Dann bist du der Mensch der lacht
und drehst zufrieden die letzte Runde.

Informationen zum Gedicht: Der Schlankheitswahn

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24.06.2026
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