Der letzte Stern
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
Der letzte Stern
Lange nachdem die Fenster erloschen waren, stand noch ein Stern über den Dächern.
Er leuchtete nicht besonders hell.
Gerade deshalb fiel er auf.
Die Nacht war kühl. Aus den Gärten stieg Nebel auf, und irgendwo schlug eine einzelne Glocke.
Ein alter Mann trat vor seine Tür und sah für kurze Zeit hinauf.
Er dachte an Gesichter, die er nicht mehr wiedersehen würde, an Stimmen, die nur noch in Erinnerungen lebten.
Dann blickte er auf den Stern.
Und ihm war, als sei zwischen dem Hier und dem Dort keine große Entfernung,
sondern lediglich ein Schleier, durch den das Licht langsamer reist.
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