Der Leierkastenmann

Ein Gedicht von Peter Leitheim
Ein öder Hof- kaum Sonnenschein
fällt dort am Frühlingstag hinein,
gar modrig, muffig, kalt die Luft
es riecht nach Armut - Kellerduft.
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Kein Blümchen dort kein grünendes Laub
Oft Unrat Müll statt Gras nur Staub.
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Ein Leiermann tritt durch das Tor
bringt mit Musik für Menschen, Ohr
gar lustige Lieder spielt er auf
hebt so das triste Dasein auf.
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Es nahen Kinder schnell im Lauf
Und manches Fenster geht nun auf.
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Auf blassem traurigen Gesicht
zeigt sich ein Lächeln strahlend` Licht,
sie tanzen wiegen hin und her
ein jeder hier freut sich nun sehr.
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Am Holzschuppen sitzt altes Weib
Voll Flusen und Flicken ist ihr Kleid.
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Ein Säugling hält sie fest im Arm
ein wollenes Tuch das hält in warm,
mit ihm sie tanzt sich sanft bewegt
zu Takt des Säuglings - Ärmchen hebt.
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Ein Mädchen zupft zum Tanz ihr Kleid
In ihren Augen Heiterkeit.
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Der Leiermann die Kurbel dreht
zum Lustig sein - ist`s nie zu spät,
spielt Lied von: alle Vögel sind schon da
aus Kindermund tönt ein Hurra!
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Die Wäscherin am Waschtrog steht
Der Blick zum Leiermann hin geht.
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Des Leierkastens froher Schall
ist wirksamer wie Donnerhall!
Ein jeder lässt nun Arbeit ruhn
das hat mit frohem Klang zu tun.
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Dann Leiermann den Blick erhoben
er wartet auf den Lohn von oben.
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Und sieh der Segen bleibt nicht fern
der Arme gibt dem Armen gern.
Man hört von überall ein Klapp
aus Fenstern fällt nun Geld herab
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Hier zeigt der Mensch noch Dankbarkeit
wenn Musik Licht schenkt dunkler Zeit.
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Peter Leitheim: Buchautor
Gedichte, Märchen, Fabeln, Gebete, Kurzgeschichten
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Informationen zum Gedicht: Der Leierkastenmann

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18.05.2026
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