Der fremde Gast
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
Der fremde Gast
Schon seit Jahren ging er mit.
Nicht sichtbar auf den staubigen Wegen, nicht erkennbar zwischen den Menschen, die morgens ihre Türen öffneten und abends wieder schlossen.
Er wartete.
Wie ein Reisender am Rand einer Straße, der weiß, dass seine Stunde kommen wird.
Manchmal stand er zwischen kahlen Bäumen, manchmal hinter einem Winterfenster, wo die Dämmerung früh hereintrat.
Und doch war nichts Bedrohliches an ihm.
Eher etwas Altes.
Als kenne er einen Teil der Ordnung, der den Lebenden verborgen bleibt.
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