Das verlassene Haus
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
Das verlassene Haus
Hinter dem Dorf stand ein Haus,
dessen Fenster seit Jahren dunkel waren.
Der Garten war verwildert.
Moos lag auf den Steinen.
Der Wind bewegte die hohen Gräser.
Niemand wohnte mehr dort.
Und dennoch schien das Gebäude
nicht völlig verlassen.
Als hätten sich Stimmen, Lachen und Sorgen
in den Wänden erhalten.
Der Abend senkte sich über das Dach.
Ein erstes Licht erschien am Himmel.
Da wurde spürbar,
wie wenig wir wirklich verschwinden.
Vielleicht tragen Orte einen Teil von uns weiter,
wenn die Zeit uns längst fortgetragen hat.
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