Da war was los...

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Oma Frieda berichtet:
„Ach, wie war das trubelig heute,
da waren ja auch so viele Leute,
alles redete laut und querbeet,
ich saß da, ohne mein Hörgerät.

Frau Baumann las eine Rede vor,
ich hielt die Hand schon hinters Ohr,
worum es ging, das weiß ich nicht,
weil sie immer viel zu leise spricht.

Die Ingrid kam mit der Spendendose,
ich sah nur auf ihre rote Hose,
sie sah aus wie reingeschossen,
Fritz Kruse hat das sehr genossen.

Wir sollten alle etwas spenden,
ich saß da, - mit leeren Händen.
In der Jackentasche war ein Knopf,
der landete im Spendentopf.

Die Musik war furchtbar laut,
wir haben uns nur angeschaut,
es hat gerumst und gescheppert,
mit der Zeit, da wirste deppert.

Die Meyers saßen nicht am Tisch,
die sind auf einem Kreuzfahrtschiff,
die wollen jetzt ihr Geld ausgeben
und noch mal richtig was erleben.

Ihr macht euch wirklich keinen Begriff,
das ist ein riesengroßes Schiff,
mit Swimmingpools und Fitnessraum.
Die erfüllen sich ihren Lebenstraum.“

„Mutter, das kannste nicht vergleichen,
die Meyers gehören zu den Reichen.
Die sollten mal ordentlich was spenden,
- und an die Kinderdörfer senden.

Ich habe die Zeitung heut´ gelesen.
Hundert Gäste sind im Saal gewesen.
5ooo.- Euro waren im Spendentopf
und man erwähnte auch den Knopf.“

Informationen zum Gedicht: Da war was los...

13.10.2026
7 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 1 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.