Blick in den Kleiderschrank

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Wenn ich in den Schrank schaue,
dann wird mit angst und bange.
Unter all´ den guten Stücken,
biegt sich die Kleiderstange.

Was mache ich mit den Sachen,
den unglaublichen Mengen,
die schon so viele Jahre,
im Kleiderschrank rumhängen.

Was früher noch modern war,
ist heute nicht mehr der Hit.
Es ändert sich ja Jahr für Jahr
die Mode und der Schnitt.

Viele Sommerkleider sind zu kurz,
so manche Hose passt nicht mehr.
Ich glaube ich muss aussortieren.
Das fällt mir wirklich schwer.

Das hübsche Kleid aus Pöseldorf
aus längst vergangene Tagen,
war ein besonderes Einzelstück.
Ich habe es kaum getragen...

Das schwarze, mit der Stickerei,
damals gekauft, am Gardasee.
Da werden Erinnerungen wach.
Die Entscheidung tut schon weh.

"Schatz ich habe aussortiert,
alles für den guten Zweck!"
"Das verstehe ich jetzt nicht,
werf´ das ganze Zeug doch weg."

"Es gibt so viele arme Menschen,
die nichts zu essen haben.
Die freuen sich doch sicher,
über all´ die schönen Gaben."

"Deine Absicht ist ja lobenswert,
doch versteh´ auch meine Sicht.
Wenn wirklich einer Hunger leidet,
dann passen deine Sachen nicht."

Informationen zum Gedicht: Blick in den Kleiderschrank

18.09.2026
7 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 1 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.