Dienstbeflissen

Ein Gedicht von Roman Herberth
Es dämmert, und die Morgenröte
gähnt dienstbeflissen vor sich hin.
Im Weiher unkt bereits die Kröte.
Beweglich ist ihr Doppelkinn.

Man kennt die wohlvertrauten Laute,
sie werden täglich 'vorgestellt'.
Ihr Ehemann, der Ange-grau-te,
ist viel zu gut für diese Welt.

Natürlich fliegen mal die Fetzen.
Man schlittert aus, auf dünnem Eis.
Und Worte können tief verletzen,
wie jeder aus Erfahrung weiß.

Noch kräht kein Hahn. Doch Unkenrufe
beschwören laut die Dämmerung.
Und sie verkünden: "Vorsicht Stufe,
bei jeder Art von Freudensprung."

Die Mahnung ist ein Hoffnungsfunken,
vertraue ihr, auch wenn es plagt.
Man hält das Kinn, hört auf zu unken.
Dann hüpft ein Frosch daher, und quakt.

Informationen zum Gedicht: Dienstbeflissen

622 mal gelesen
20.06.2014
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige