Verbrannter Advent
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
Im Licht der Kerze -
ein Atem, ein Laut.
Ein Bruder schweigt,
ein Bruder schaut.
Ein Schrei, so kalt,
durchbricht das Jahr.
Ein Flammenbild,
ein Kinderhaar.
Die Mutter schweigt,
das Zimmer klein.
Kein Trost, kein Licht,
kein „Du bist mein“.
Ein Mensch aus Asche,
ein Schritt, ein Stein.
Er trägt das Schweigen,
das nie verging.
Er schreibt, er spricht,
ein leises Licht.
Vielleicht wird’s hell -
doch heute nicht.
Und manchmal kehrt
ein stiller Rest
von dem zurück,
was ihn verlässt.
Ein Atemzug,
ein leiser Plan -
ein Morgen,
der sich bauen kann.