Zeitzeugen werden rar

Ein Gedicht von Josefa
Zeitzeugen werden rar
Oma, wie war Dein Leben, als Kind – im Krieg?
Wie groß warst Du, als er anfing? Glaubtest Du an einen Sieg?
An was kannst Du dich erinnern, gab es auch eine schöne Zeit?
War deine Kindheit nur getrübt durch Tod und Leid?
Was war dir wichtig, was hast Du gespielt?
Wen hattest Du lieb, was war Dein Lieblingslied?
Oma erzählte viel – hörte plötzlich auf, und sprach:
„Wenn Du etwas älter bist, holen wir das nach.
Für das, was noch zu sagen ist, bist du noch zu klein,
Glaub mir, ich vergess‘ es nicht. Ich steig hier wieder ein.“

Nach einer Pause - plötzlich, leise: „Weißt Du, wann du sterben wirst?“
Oma schüttelte den Kopf. „Unser Gott, der wird’s wohl wissen!“
„Oma, kannst du ihn nicht fragen, ob er dich lassen kann, bei mir?
Wo soll ich hin mit meinen Fragen? Niemand sonst ist doch mehr hier.“

Informationen zum Gedicht: Zeitzeugen werden rar

02.04.2026
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