Dunkler Pausenhof

Ein Gedicht von Janine Goßlau
Im grauen Flur, im hellen Licht, sieht man die Tränen erst einmal nicht.
Ein Kind steht abseits, wehrlos und klein.
Warum muss Schule so grausam sein?

Wegen der Kleidung, dem Namen, dem Geld, wird hier ein Urteil über Menschen gefällt.
Wer anders aussieht, wer anders spricht, passt in ihr enges Schema nicht.

Fäuste fliegen, das Lachen ist kalt, ein Kind erfährt Angst und rohe Gewalt.
Sie grenzen es aus, sie machen sich lustig, die Furcht in der Seele ist schwer und krustig.

Nur weil die Herkunft nicht jedem gefällt, wird Hass in ein junges Herz bestellt.
Doch schaut einmal hin, was zählt wirklich am Ende?

Nicht die Marken am Leib oder teure Gegenstände.
Es ist die Hand, die sich schützend hinstreckt, die in anderen das Gute und Gleiche entdeckt.

Ein Funken Mitgefühl, ein Wort, das befreit, ein Ende der Qual und der Einsamkeit.
Ein bisschen Freundlichkeit, Mut und verstand, reicht viel weiter als jede schlagende Hand.

Hilfsbereitschaft ist die wahre Macht, die das Dunkel im Pausenhof wieder freundlich macht. Denn am Ende sind wir, egal woher wir auch kommen, nur Kinder, die nach Liebe und Wärme sich sonnen.


Janine G.

Informationen zum Gedicht: Dunkler Pausenhof

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20.07.2026
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