Die Neue
Ein Gedicht von
Heike Henning
Etwas nervös und sehr behutsam,
öffnet sie die große Tür.
Scheue Augen mustern alles -
„Was mach' ich nur, was tu' ich hier?“
Leise Schritte, in das weite
Traumland bunter Poesie,
wagt sie mutig und betitelt
ihre Worte mit „Marie“.
Niemand schien sie zu bemerken,
Schicksal einer „grauen Maus“.
Doch das tat sie nur bestärken:
„Weiter schreiben. Aus die Maus!“
So entstanden Traumgeschichten,
fesselnd, humorvoll, lebensnah.
Spaß machte das „Limerick-Dichten“,
schwierig manchmal die Form, na klar!
Und sie war überaus beschäftigt,
vergaß des Öfter'n Raum und Zeit.
Wie ein Komet, auf fernen Bahnen.--
Doch da kam die Gelegenheit.
Es tauchte auf, ein kluger Leser,
er war auf „Unbekanntes“ aus.
Und war ein echter „Zeilenfresser“,
mit viel Erfahrung, kannt' sich aus.
Ihre Worte, die beseelten
seine Leser-Fantasie!
Sein Kommentar machte ihr Hoffnung:
„Sehr gut! Weiter so, Marie!“
Und er „teilte“ die Geschichten,
ihre Texte - blumig, fein.
Doch besonders die Gedichte,
prägten sich die Leute ein.
Manche komponierten dazu
zauberhafte Melodien.
Wer sie hörte, wurde glücklich,
sah sich selber oft darin.
Marie schrieb weiter, unermüdlich,
als wär' vom Virus sie befall'n.
Konnt' nicht mehr aufhör'n,
war überglücklich!
Eine Gabe – nicht zu bezahl'n!