Freiluft-Akrobaten

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Die Taube sitzt jeden Morgen,
auf dem selben Fleck.
Mache ich das Fenster auf,
fliegt sie nur kurz weg.

Ihr unentwegtes Gurren
höre ich durch die Scheibe.
Ach, hätte doch der Vogel,
mal eine andere Bleibe.

Sie thront auf der Lampe,
hat alles fest im Blick,
putzt ihr graues Feder-Kleid
mit Ausdauer und Geschick.

Es nähert sich ein Täuber,
da bahnt sich etwas an.
Das Täubchen zieht den Hahn,
scheinbar ich ihren Bann.

Der Hahn möchte sie begatten,
ich muss nicht lange warten,
sie bewegen auf der Lampe,
wie Freiluft- Akrobaten.

Informationen zum Gedicht: Freiluft-Akrobaten

20.02.2026
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