Das Loch in der Mauer

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
In der alten Mauer war ein Loch,
durch das Steffi so gern kroch.
Jetzt hat es ihr Vater zugemauert,
was das Mädchen sehr bedauert.

Steffi ruft mir zu: „Ich bin so sauer!
Zwischen uns ist jetzt die Mauer.
Schade, dass ich dich nicht mehr sehe,
obwohl ich auf den Spitzen stehe.

Auch Strolchi kann nicht mehr zu dir,
wir müssen jetzt vorn, durch deine Tür.“
„Steffi, du musst nicht traurig sein,
mir fällt gewiss noch etwas ein.“

Sie ist so gern durch dieses Loch geschlüpft
und auf unserem Rasen herumgehüpft.
Vielleicht schneide ich in der Kompostecke,
ein Loch für Steffi in die Hecke.

Die Büsche sind alt und viel zu groß.
Ich hole die Säge und schon geht’s los.
Steffi beobachtet jetzt ganz rege,
wie ich Ast für Ast absäge.

Neugierig steht sie im Nachbargarten
und kann es gar nicht mehr erwarten.
Für die Vierjährige ist der Weg jetzt frei,
sie dankt mir mit einem Jubelschrei.

Informationen zum Gedicht: Das Loch in der Mauer

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16.06.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.