Die geraubte Einsicht

Ein Gedicht von Dieter Schorer
Die geraubte Einsicht
​Der Körper schwach, die Angst war groß,
das Schicksal ließ dich nicht mehr los.
Der Urlaub weg, die Koffer leer,
das Herz war vom Erlebten schwer.
Man hat gekämpft, man hat gebangt,
und nach ein bisschen Ruh' verlangt.
​Doch kaum verblasst der Schmerz, die Not,
winkt schon das nächste Arbeitsgebot.
Statt Hand in Hand die Zeit zu spüren,
lässt man sich wieder herbeiführen.
Den Partner lässt man wartend steh'n,
um stramm zur Arbeit fortzugeh'n.
​Man lernt es nicht, man macht so weiter,
erklimmt die morsche Hamsterleiter.
Die Krankheit war ein Warnungsschrei:
„Leb endlich, sonst ist es vorbei!“
Doch Pflichtgefühl und alter Zwang,
erstickt den neuen Lebensdrang.

Informationen zum Gedicht: Die geraubte Einsicht

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06.02.2026
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