Nachtbedenken
In Anlehnung an Heinrich Heines "Nachtgedanken":
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
dann wird die Frustration entfacht.
An Schlaf ist längst nicht mehr zu denken,
kein Schäfchen hilft, sich abzulenken.
Seit Jahren wird Verfall gewittert
und fleißig Fremdenhass getwittert,
denn Schuldige, die hat man leicht,
man liest: Das Boot ist voll, es reicht.
Ihr mögt es simpel und deswegen
ist Deutschlands Lieblingswort: Dagegen!
Die Rechten rufen unverhohlen
die allerdümmlichsten Parolen.
„Ihr wollt mehr Zeit und auch mehr Lohn?
Euch drückt das Thema Inflation?
Dann gebt uns einfach eure Stimme.“
Das Volk, es folgt, das ist das Schlimme.
Doch dieses Kreuz, das hat dann Haken.
Entschlüpft den Armen dieser Kraken,
denn einfach schwarz ist die Kritik,
die Lösung meist ein Mosaik.
Wie etwas nicht geht weiß fast jeder
und zieht dann stammtischgleich vom Leder.
Doch soll man uns die Richtung zeigen,
dann folgt zumeist beredtes Schweigen.
So haltet einfach mal die Fresse,
statt plump zu grölen: Lügenpresse!
Was nicht gefällt, das kann nicht stimmen?
Ich könnte euch dafür vertrimmen.
Wenn ihr euch solche Führer kürt,
dann fragt euch nur, wohin das führt.
Schreit man: Mir nach! Dann macht es Sinn,
zu fragen: Wie? Womit? Wohin?
Die AFD marschiert gern stramm,
sie kennt nur Slogans, nicht Programm.
Merkt euch bitte, das ist wichtig:
der Lauteste liegt selten richtig.
Mir wird noch weiter Angst und Bang
vor eurem nächsten Urnengang,
doch Hoffnung stirbt ja erst zuletzt,
darum ihr Alle: Denken! Jetzt!