Im scheinbaren Nichts

Ein Gedicht von Birgit Klingebeil
Ziellos nur spazierte sie so dahin,
am Himmel glomm die 'Blaue Stunde'.
Nach Ruhe und Stille stand ihr der Sinn,
darum ging sie auf diese Abendrunde.

Der schmale Streifen rot-goldenen Lichts,
vom Auge nur flüchtig wahrgenommen,
flammte leuchtend im scheinbaren Nichts;
versprach Einsamkeit, die ihr willkommen.

Dort an des Stromes stahlblauem Band
versank sie sinnend für einen Moment.
Sah dann links diesen Stein am Uferrand,
als wäre er gerade erst angeschwemmt.

Zu ihm lenkte sie eiligst ihre Schritte,
direkt durch’s Gras, am Elbufer entlang.
Dort fand sie in der Dämmerung ihre Mitte,
genoss der 'Blauen Stunde' sanften Klang.

Wie in den Schoß der Erde eingebettet,
so stand er ruhend am schwankenden Rand.
Ein rauer Gefährte, vom Wasser geglättet,
auf dem sie innere Balance wieder fand.





© Birgit Klingebeil
[2023/2026]

Informationen zum Gedicht: Im scheinbaren Nichts

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14.08.2026
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